Wenn DIE LINKE eine Zukunft haben will, braucht die Partei ein Ende des Sowohl-als-auch. Im Juni muss vom Parteitag ein klares Aufbruchssignal ausgehen. Das muss eine personelle und eine inhaltliche Seite haben.
Ein gutes halbes Jahr ist seit der schweren, existenzbedrohenden Niederlage unserer Partei bei den Bundestagswahlen vergangen. Mit dem Abschneiden bei den Landtagswahlen im Saarland ist der innerparteiliche Handlungsbedarf noch einmal deutlich geworden, finden die neun (!) Auto*innen der Berliner LINKEN.
Klaus Lederer, Anne Helm, Carsten Schatz, Wenke Christoph, Alexander Fischer, Sandra Brunner, Tobias Schulze, Carola Bluhm, Udo Wolf
Die Wahlniederlage der LINKEN im vergangenen September ist bis heute weder vollständig aufgearbeitet und noch weniger verarbeitet. Das ist zu wenig für eine Partei, die kurz vor ihrem Untergang stand. Ein Ausscheiden aus dem Bundestag hätte die Partei DIE LINKE kaum verkraftet.
Wenn vor dem Hintergrund der Wahlniederlage bei den letzten Bundestagswahlen über Erneuerung oder gar Neuerfindung unserer Partei gesprochen wird, sollten wir nachfragen, was damit gemeint ist.
Dieser Frage widmet sich eine Analyse aus der Bundesgeschäftsstelle der LINKEN. Im Interview gibt Christina Kaindl, Bereichsleiterin Strategie & Grundsatzfragen, darüber Auskunft, wo unsere Wähler*innen hin sind und warum. Spoiler: Die Mehrheit ist weder verstorben noch zur AfD gewechselt.
DIE LINKE muss die Weichen stellen. Dies sind nicht nur Weichen für die Zukunft einer modernen sozialistischen Partei, die dauerhaft in Deutschland existiert, sondern für eine gesellschaftliche Perspektive jenseits der Ampel, abseits eines Kapitalismus im Instagram-Filter.