Hinter den Kulissen des Parteitags

Auch der zweite Bundesparteitag der LINKEN muss in diesem Jahr digital stattfinden. Das bedeutet jedoch nicht, dass weniger Arbeit anfällt. Denn seit Wochen wird geplant, geprobt und vorbereitet. Trotz eines digitalen Parteitags kann auf ein gut strukturiertes Hygienekonzept nicht verzichtet werden. Noch bevor jemand in die Berliner Reinbeckhallen gelassen wird, muss ein Corona-Schnelltest durchgeführt werden. In einem weißen Zelt vor der Halle müssen sich alle testen lassen - egal ob Parteivorsitzende oder Reinigungskraft. Erst nach einem negativen Testergebnis dürfen die Räumlichkeiten betreten werden. Vorab erhielten alle, die heute in der Halle anwesend sind, einen personalisierten QR-Code, der beim Hineingehen und Verlassen des Gebäudes gescannt wird. Die hierfür Zuständigen erhielten ein Smartphone mit vorinstallierter App, um das zu kontrollieren. „Es dürfen maximal 320 Leute hereingelassen werden“, erzählt Juri am Einlass. „Danach stoppt das System automatisch und lässt keine weiteren Registrierungen zu“. Ausgenommen von dieser Regelung sind die Organisator:innen und Techniker:innen.

Starke Nerven sind gefragt

Hier kommen auch die Menschen hinter den Kulissen zu Wort.

Ohne ein engagiertes und eingespieltes Technik-Team kann ein digitaler Parteitag natürlich nicht stattfinden. Bei der aktuellen Internetqualität in Deutschland sind Verbindungsprobleme allemal vorprogrammiert, wenn sich Genoss:innen aus dem ganzen Bundesgebiet zuschalten. Da sind Konzentration und starke Nerven über beide Tage hinweg gefragt. Technische Ausfälle müssen schnellstmöglich behoben werden, da solche Probleme schnell ermüdend und demotivierend sein können. Stockt die Verbindung am anderen Ende, wird darauf hingewiesen und kurz gewartet, ob das Problem gelöst werden kann. Ansonsten wird die geplante Tagesordnung weiter abgearbeitet, denn das Wahlprogramm muss an diesem Wochenende verabschiedet werden.

Technik am Limit

Neben den zentralen Reden soll auch die Stimmung während des Parteitages eingefangen werden. Dafür sind Julien und Lucas mit ihren beiden Kameras unterwegs, um die verschiedenen Eindrücke hinter den Kulissen aufzeichnen. „Es geht auch darum, die Kleinigkeiten und das ganze Geschehen neben den Vorträgen festzuhalten“, sagt Lucas. „An diesem Wochenende wird das Wahlprogramm verabschiedet, da ist es wichtig diese elementaren Tage vor der Bundestagswahl nochmal Revue passieren zu lassen zu können“. Eine Herausforderung dabei ist das Filmen von den dazugeschalteten Rednern. Neben schlechter Internetverbindung und mangelnder Bildqualität, ist es auch schwierig den richtigen Winkel zu finden. „Mit den Leuten vor Ort wäre das wesentlich einfacher und abwechslungsreicher zu gestalten gewesen“, verrät er. Am Montag soll schon eine erste Version auf unsere Social-Media-Kanäle hochgeladen werden.

30 Grad auch im Backstage-Bereich

30 Grad im Saal

Währenddessen schwitzen die Techniker:innen, die für den fehlerlosen Ablauf des Parteitags zuständig sind. Hier wird der Livestream betreut und auch die Aufzeichnungen der Redebeiträge in der Halle. Mehr als 30 Grad herrschen hier oben auf der Empore. Einige Rechner haben bereits schlapp gemacht. „Es ist einfach zu heiß für die Computer“, meint ein Techniker. Teilweise werden die Computer mit kalten Wasserflaschen gekühlt. „Es ist doch egal, womit wir kühlen“, meint jemand aus der Technikcrew. „Hauptsache das Wahlprogramm kann am Sonntag verabschiedet werden“. Derzeit sieht es so aus, als sollte sich der Wunsch erfüllen.