Baden-Württemberg

Wahlkampf-Aktionswoche in Heidelberg: Von den Haustüren in den Landtag!

Gute Laune im Wahlkampf

Am Samstagmorgen wird es eng im Linken Nachbarschaftsbüro in Heidelberg. Rund 40 Menschen haben sich versammelt: Schüler*innen und Rentner*innen, langjährige Wahlkampfaktive und ganz neue Mitglieder, Gewerkschafter*innen und Bewegungsaktive. Viele von ihnen sind Genoss*innen der Partei Die Linke, aber längst nicht alle. Sie sind zum Teil aus ganz Deutschland angereist, die längste Fahrt dauerte über acht Stunden. Sie alle eint ein gemeinsames Ziel: den erstmaligen Einzug der Linken in einen süddeutschen Landtag.

Diese Landtagswahl in Baden-Württemberg ist in mehrfacher Hinsicht von historischer Bedeutung. Mit einem erfolgreichen Einzug würde Die Linke erstmals seit fast 15 Jahren wieder neu in ein Landesparlament einziehen und zugleich eine konsequent linke und soziale Opposition jenseits der SPD in der Landespolitik etablieren. Angesichts der politischen Realitäten im Land und eines massiven Rechtsrucks ist das nötiger denn je.
Denn selbst im reichen Baden-Württemberg geraten immer mehr Menschen in soziale Not. Mieten, Energiepreise und Lebenshaltungskosten steigen rasant, während Löhne stagnieren und Arbeitsverhältnisse unsicherer werden. Gleichzeitig konzentriert sich Reichtum bei Konzernen und Superreichen. Die grün-schwarze Landesregierung trägt zu dieser Entwicklung bei, statt ihr entgegenzuwirken. Sie verschärft die gesellschaftliche Ungleichheit und soziale Unsicherheit. Diejenigen, die dieses Land am Laufen halten, brauchen eine politische Kraft, die sich dieser Politik entgegenstellt und für bezahlbares Wohnen, kostenlose Bildung und sichere Arbeit kämpft. Genau dafür steht Die Linke.
Vor diesem Hintergrund wurde Heidelberg vom 19. bis 25. Januar zum Ausgangspunkt der bundesweiten Aktionswochen in Baden-Württemberg und zum Start der heißen Wahlkampfphase der Partei. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen aufsuchende Haustürgespräche. Ein Ansatz, der Die Linke klar von anderen Parteien unterscheidet und längst kein reines Wahlkampfinstrument mehr ist. Haustürgespräche sind Teil einer langfristigen, organisierenden Strategie. Sie haben maßgeblich zu den jüngsten Erfolgen der Partei im Bundestagswahlkampf beigetragen und sind dabei zu einem essenziellen Teil der politischen Identität der Linken geworden.

Während der Aktionswoche an über 3.000 Haustüren geklingelt

Spitzenkandidatin Kim Sophie Bohnen ist mit dabei

An diesem Morgen ziehen die Aktivist*innen nach einer gemeinsamen Schulung zur Gesprächsführung an Haustüren und zur Wahlkampagne direkt los. Viele von ihnen stehen zum ersten Mal an Haustüren, andere bringen Erfahrung aus Wahlkämpfen in Leipzig oder Erfurt mit. Mit Westen, Klemmbrettern und Taschen ausgestattet, setzt sich die Gruppe in Bewegung, angeführt von Kim Sophie Bohnen, Direktkandidatin in Heidelberg und Spitzenkandidatin zur Landtagswahl in Baden-Württemberg. Gemeinsam mit Amelie Vollmer aus Offenburg und Mersedeh Ghazaei aus Stuttgart bildet sie das feministische Spitzentrio der baden-württembergischen Linken.
Allein während der Aktionswoche klingelten die Aktiven in Heidelberg an über 3.000 Haustüren in der ganzen Stadt, vom Gründerzeitviertel bis zur Hochhaussiedlung am Stadtrand. Die Gespräche zeigen deutlich, was die Menschen bewegt: steigende Preise, explodierende Mieten, teurer öffentlicher Nahverkehr. Ein junger Vater berichtet von der enormen Belastung durch Kita-Gebühren und Mietkosten bei gleichbleibendem Lohn. Viele äußern Sorgen über den gesellschaftlichen Rechtsruck und den wachsenden Einfluss der AfD. Eine ältere Dame berichtet von ihrer Angst, dass sie und ihre Enkel eines Tages abgeschoben werden könnten. Besonders junge Menschen sprechen über Zukunftsängste, Unsicherheit und fehlende Perspektiven.

Weitere Aktionswochenenden in Stuttgart und Karlsruhe folgen

Niemals alleine, immer gemeinsam!

Gleichzeitig wird deutlich: Die Linke kommt an. Angebote wie der Heizkosten-Check oder die Mietwucher-App schaffen konkreten Nutzen. Viele Menschen sind positiv überrascht, dass ihnen jemand zuhört und ihre Sorgen ernst nimmt. Es gibt viel Zuspruch, Wahlzusagen und einen klaren Wunsch nach einer starken linken Stimme im Landtag.
Der Wahlkampf in Baden-Württemberg zeigt bereits jetzt Wirkung. Nicht nur ist die baden-württembergische Linke bereits an über 86.000 Haustüren gewesen: Mit über 10.000 Mitgliedern und wachsender öffentlicher Aufmerksamkeit ist Die Linke eine politische Kraft, die nicht mehr ignoriert werden kann. So begleiteten mehrere Pressevertreter*innen und ein Fernsehteam die Aktionswoche an den Haustüren in Heidelberg.
Noch ein Monat bis zur Wahl – jetzt heißt es, die Kraft und den Rückenwind dieser Aktionswoche mitzunehmen. Weitere bundesweite Aktionswochenenden in Stuttgart und Karlsruhe folgen. Es geht in den Endspurt, um für eine kleine Revolution am 8. März im Süden Deutschlands zu kämpfen: einen starken Einzug der Linken in den baden-württembergischen Landtag.

Niklas Kühnberger ist Mitglied des Ortsvorstands der Linken in Heidelberg.