Warum das 9-Euro-Ticket zurückkehren muss – und wie wir es bezahlen

Höchste Zeit, die Tickets wieder bezahlbar zu machen

Von der Entlastung zur Kostenfalle: Während das Deutschlandticket immer teurer wird, bleiben viele Menschen auf der Strecke. Zeit für eine radikale Kehrtwende, meint Die Linke und macht nun Druck im Bundestag für die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets.

Wir erinnern uns: Im Sommer 2022 war das 9-Euro-Ticket mehr als nur ein Schnäppchen. Es machte den Umstieg auf Bus und Bahn so einfach wie nie zuvor. Plötzlich konnten sich auch Menschen mit kleinen Einkommen die Fahrt zum Strand oder in die Stadt leisten. Vor allem aber dämpfte das Ticket die massive Teuerung, die als Folge des Ukraine-Krieges die Preise explodieren ließ. Doch die bezahlbare Mobilität für alle wurde schrittweise einkassiert. Seit der Einführung des Deutschlandtickets im Jahre 2023 zeigt die Preiskurve steil nach oben. Von anfangs 49 Euro sind wir mittlerweile bei 63 Euro angekommen und im nächsten Jahr sollen es 68 Euro sein. Die Quittung folgte prompt: Allein die letzte Erhöhung trieb hunderttausende in die Kündigung. Nicht nur Bus und Bahn werden immer teuer, auch an der Zapfsäule müssen die Menschen immer mehr zahlen. In der aktuellen Energiekrise haben die Mineralöl-Konzerne dreist Milliarden an Übergewinnen gescheffelt. Dieses Geld gehört den Menschen, denen man es an der Zapfsäule abgepresst hat. Geben wir diesen Menschen das Geld zurück – in Form eines günstigen Nahverkehrstickets!

Wir wollen die Menschen spürbar entlasten

Auch Luigi Pantisano will das 9-Euro-Ticket

Für uns als Linke ist klar: Wenn Mobilität zum Privileg wird, haben wir als Gesellschaft ein Problem. Angesichts explodierender Spritpreise brauchen wir keine homöopathischen Rabatte, sondern echte Entlastung. Deshalb fordert Die Linke die Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets und macht nun Druck. Vor wenigen Tagen debattierte der Bundestag über den  Antrag der Linken „Mit dem Neun-Euro-Ticket private Haushalte entlasten“. Doch ist das 9-Euro-Ticket in Zeiten von Wirtschaftskrise und Haushaltsdefizit überhaupt finanzierbar? Ist das eine realitätsferne Forderung der Linken? Nein, meint Luigi Pantisano, Verkehrsexperte der Linken-Bundestagsfraktion, und rechnet vor: „Mit den fast 37 Millionen Euro täglich an Übergewinnen der Mineralölkonzerne könnten wir das Neun-Euro-Ticket ein Jahr lang finanzieren. Da wäre dann immer noch genug Geld übrig, um auch in Kleinstädten und Dörfern endlich Busse zweimal pro Stunde fahren zu lassen“. Nach Berechnungen von Greenpeace machten die Konzerne in Deutschland allein zwischen dem 2. März und dem 12. April zusätzliche Gewinne in Höhe von 1,18 Milliarden Euro. 

Übergewinne abschöpfen und damit das 9-Euro-Ticket finanzieren

Fakt ist: Während Pendler*innen unter den explodierenden Kosten leiden, machen Mineralöl-Konzerne  massive Übergewinne. Unsere Lösung: Wir schöpfen diese krisenbedingten Windfall-Profite konsequent ab. Mit diesen Mitteln lässt sich nicht nur das 9-Euro-Ticket gegenfinanzieren, sondern auch der dringend notwendige Netzausbau vorantreiben. Ein günstiges Ticket nützt wenig, wenn auf dem Land kein Bus fährt. Parallel zur Preissenkung muss die Infrastruktur wachsen. „Wir fordern vom Bund, gemeinsam mit den Ländern den Ausbau massiv zu forcieren und mindestens die Hälfte der Mehrkosten zu tragen“, so Pantisano. Für uns ist klar: Bus und Bahn sind kein renditeorientierten Geschäftsmodelle, sondern gehören zur staatlichen Daseinsvorsorge – genauso wie Schulen oder Krankenhäuser. 
Eine Verdopplung der Fahrgastzahlen bis 2030 schaffen wir nicht durch Preistreiberei, sondern durch ein attraktives Angebot und soziale Tarife. Es ist Zeit, die fossile Abhängigkeit zu beenden und Mobilität endlich für alle bezahlbar zu machen. Die Menschen im Land arbeiteten hart, machen Überstunden ohne Ende und schleppen sich krank zur Arbeit – trotzdem reicht das Geld kaum für das Busticket oder die Tankfüllung. Luigi Pantisano:  „Die Menschen sind zu Recht wütend auf eine Regierung, die unfähig ist, das Leben wieder bezahlbar zu machen.“