Im iranischen Folterknast

Politische Gefangene in Irans schlimmstem Gefängnis

Mit „Roya“ setzt die iranische Regisseurin Mahnaz Mohammadi die beklemmende Situation politischer Gefangener in Szene.

Roya, die titelgebende Hauptfigur im neuen Spielfilm der iranischen Regisseurin Mahnaz Mohammadi, ist Lehrerin in Teheran. Nun werfen ihr die Behörden vor, sie würde ihre Schüler politisch indoktrinieren, gegen die Regierung in Stellung bringen. Royas Vater leidet an Alzheimer, er ist auf sie angewiesen, neben ihrer Arbeit kümmert sie sich um ihn. Nun aber wird sie abgeholt, im Evrin-Gefängnis inhaftiert und üblen Verhören ausgesetzt. Das Angebot: Wenn sie öffentlich – im Fernsehen – ein Geständnis ablegt, kann sie gehen. Erst mal. Die junge Frau will sich auf den Deal aber nicht einlassen, zumal sie keine Sicherheit hat, dass die Zusage eingehalten wird. Und schon gar nicht darüber, was einem Geständnis folgt. Ihr bisheriges Leben – ein Scherbenhaufen.

Schrecken der Einzelhaft werden für die Zuschauer fühlbar

Regisseurin Mohammadi setzt in ihrem politischen Drama in den ersten 20 Minuten rein auf emotionale Erlebbarkeit. Sie will für den Zuschauer fühlbar machen, was mit Menschen in solchen Gefängnissen geschieht. Roya ist in einer Einzelzelle untergebracht, blanke Wände ohne Fenster, keine Möbel oder sonstige Gegenstände. Die Inhaftierte verliert schnell die Orientierung, es gibt keine optischen Anhaltspunkte. Stattdessen dringen vom Gang Schreie von Gefolterten herein. Eine junge Mutter klagt, sie wolle nicht mehr geschlagen werden, sondern ihr Kind sehen, das sie erst vor neun Tagen zur Welt gebracht hat. 
Wenn Roya zu den erniedrigenden Verhören gebracht wird, wirft man ihr ein dichtes Tuch über, außer ihren eigenen Füßen sieht sie nichts; die Kamera folgt nur ihren Schritten. Eine Freilassung aus der klaustrophoben Situation ist wenig vorstellbar. Wie wird es mit der jungen Lehrerin weitergehen?
Regisseurin Mohammadi ist mit den Verhältnissen im Film selbst bestens vertraut. Die Menschenrechtsaktivistin saß selbst schon in dem Gefängnis. Wie Roya wurde ihr Propaganda gegen den Staat vorgeworfen. Ihren innovativen und bedrückenden Film drehte sie ohne Genehmigung mit der türkischen Schauspielerin Melisa Sözen in der Hauptrolle und ohne die Unterstützung internationaler Filmförderungen. 

„Roya“. D/CZE/LUX/IRN 2026. Regie: Mahnaz Mohammadi. Mit Melisa Sözen, Maryam Palizban. Kinostart: 7. Mai 2026. Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=WUGX6xcYoI4[1]

 

Links:

  1. https://www.youtube.com/watch?v=WUGX6xcYoI4