So haben wir Berlin gewonnen!
Der Wahlsieg in Berlin war kein Zufall, sondern Lohn für harte Arbeit und die richtige Strategie. In ihrer gemeinsamen Wahlanalyse gehen Ines Schwerdtner und Luigi Pantisano genauer auf die Gründe für unseren historischen Triumph ein.
Wir haben Geschichte geschrieben. Wir haben die Hauptstadt gewonnen – und zwar mit großem Abstand auf CDU, SPD, Grüne und die AfD! Das ist unser gemeinsamer Erfolg – der Erfolg von den tausenden Genossinnen und Genossen, die an mehr als 270.000 Haustüren geklopft haben, die zehntausende Gespräche geführt haben, unzählige Plakate aufgehängt und unermüdlich um Berlin gekämpft haben. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen.
Doch was wir in Berlin erreicht haben, ist noch aus anderen Gründen besonders. Im Wahlkampf haben wir die Interessen der arbeitenden Menschen ins Zentrum gestellt und uns auf wenige zentrale Forderungen, wie die viel zu hohen Mieten und Preise, konzentriert. Es war eine Kampagne mit wenigen Botschaften und einfacher Kommunikation, an der sich hunderte Menschen beteiligt haben. Das Ergebnis: Keine andere Partei wurde von so vielen Menschen mit niedrigem Einkommen gewählt. Keine andere Partei hat so viele ehemalige Nichtwählerinnen und Nichtwähler mobilisiert. Und 26 Prozent der Arbeiter und Arbeiterinnen haben uns ihre Stimme gegeben, deutlich mehr als zuvor.
Wir überlassen die Wütenden und Enttäuschten nicht der AfD
All das zeigt: Unsere Strategie wirkt. Wir kämpfen um die Herzen und Köpfe der Menschen, die wütend und enttäuscht von der aktuellen Politik sind, und überlassen sie nicht der AfD. Menschen, die schon lange nicht mehr daran glauben, dass Politik ihr Leben verändern kann, haben wir aus der Resignation geholt. Wir haben denen wieder Hoffnung gegeben, die jahrzehntelang von der Politik vergessen wurden.
Damit haben wir bewiesen: Es ist möglich, die Frustration derjenigen, die unter der wirtschaftlichen Misere und den rabiaten Sozialkürzungen am stärksten leiden, von links aufzugreifen. Wenn wir die Unzufriedenheit dieser Menschen mit der Politik des Establishments ernst nehmen und uns auf die Sorgen ihres Alltags konzentrieren – die horrenden Mieten, die Unbezahlbarkeit des Lebens –, dann driften sie nicht nach rechts. Dann überzeugen wir sie von links. Genau das meinen wir, wenn wir sagen, wir wollen die Hoffnung organisieren. Wir wollen glaubwürdig für gemeinsame Interessen der arbeitenden Klasse einstehen. Dann sind wir sogar noch attraktiver für die Menschen, die von der SPD und den Grünen enttäuscht sind und die sich eine deutlich linkere und sozialistische Politik wünschen.
In MV und Sachsen-Anhalt wurde Die Linke zerrieben
Doch es gibt nicht nur Grund zu feiern. Am Sonntag hat die AfD in Mecklenburg-Vorpommern gewonnen. Dort wurden wir als Linke in der Polarisierung zerrieben. Auch Sachsen-Anhalt haben wir nicht vergessen, wo jetzt ein AfD-Ministerpräsident an der Schwelle zur Macht steht. Unsere Genossinnen und Genossen vor Ort haben unter schwierigen Bedingungen einen großartigen Wahlkampf gemacht und die Fahne der Linken hochgehalten. Dafür gilt ihnen unser großer Dank!
Wir werden weiterhin alles tun, um unsere Genossinnen und Genossen vor Ort zu schützen und zu unterstützen. Gerade in den Flächenländern brauchen wir eine Perspektive, Menschen für ein bezahlbares Leben und soziale Politik zu gewinnen. Daran werden wir jetzt gemeinsam arbeiten!
In den nächsten Monaten müssen wir klar machen: Egal, ob wir regieren oder nicht – wir sind anders als die anderen Parteien. Nur so schaffen wir es, den Menschen den Glauben an wirkliche Veränderung zurückzugeben und sie zu motivieren, sich uns anzuschließen.
Für einen wirklichen Bruch mit der aktuellen Politik
Wir müssen deutlich machen, dass wir nicht für ein Weiter-so stehen, sondern für einen wirklichen Bruch mit der aktuellen Politik. Denn wir sehen im gesamten Land: Die Politik der Bundesregierung wurde abgewählt – und das zu Recht: Merz und Co. kürzen Gesundheit, Rente und Pflege kaputt, lassen Beschäftigte, die um ihre Jobs und ihre Zukunft bangen, im Regen stehen und wollen die demokratisch legitimierte Vergesellschaftung von Wohnraum verbieten. Kein Wunder, dass sie kaum mehr Rückhalt in der Bevölkerung haben.
Hoffnung entsteht dort, wo wir als eigenständige Kraft erkennbar werden. Und wo Hoffnung entsteht, da können wir auch gewinnen.
Schon jetzt ist spürbar, dass unsere Stärke und unser Erfolg auf Gegenwind stoßen. Wenn wir jetzt in den Medien und von den anderen Parteien angegriffen werden, dürfen wir uns nicht entmutigen lassen. Sie greifen uns an, weil unsere Vision einer organisierenden Klassenpartei gerade erfolgreich Massen erreicht. Die Härte ihres Angriffs zeigt nur: Sie haben Angst vor einer starken Linken. Tun wir ihnen nicht den Gefallen, uns selbst zu zerfleischen. Die Menschen haben uns einen Auftrag gegeben. Lösen wir ihn ein!